Ohrbooten in Berlin 2005
 
Ohrbooten Konzert Berliner Fritz-Club 13.10.2005

Kennt Ihr das?
Ihr geht auf ein Konzert von einer Band, von der ihr gerade mal den Namen und zwei Lieder kennt. Die CD kam noch nie so richtig nach Hause, der Kauf wurde immer mal verschoben. Dann seid ihr auf dem Konzert und bekommt vor Staunen, Freude und Spaß den Mund nicht mehr zu. Das Herz hüpft, der Puls rast und obwohl ihr die anderen Lieder gar nicht kennt, wird mitgegrölt was das Zeug hält.
So ist es mir ergangen am Donnerstag bei den Ohrbooten.
Erst mal gechillt bei nem Bierchen, den Oberhammer Vor-Act RicoLoop beim Impro-Musizieren gelauscht. Big Up, junger Mann! Die Stimmung stieg, so dass das Bierchen schnell in den Magen und der Becher schnell aus der Hand musste. Viertel Stunde nach Ricos Bühnenabgang und kleinem Pläuschchen mit dem netten Herrn am Merch-Stand, wurde die Bühne von den Ohrbooten gestürmt. Ein Tasten-Meister (Noodt), der Gitarren-Matador Matze, ein irrer Schlagzeug- und Percussion-Player (Onkel M) und die andere Berliner Schnauze Ben legten ne flotte Sohle auf’s Parkett.

Bei „Kaufrausch“ hoppelte die Menge, wie die Karnickel. Nach dem die Ladies die Liebeserklärung schlechthin verabreicht bekamen und sich alle als „Stadtkinder“ outeten, wurde es ruhig und besonnen. „Taub“ waren wir zwar noch nicht ganz (es wurde wenig gekreischt, dank des Altersdurchschnittes), aber beim Song an Merkel wurde gebrüllt, was das Zeug hielt. Wer sind denn nun die Guten und wer die Bösen? Langsam bildeten sich nicht nur auf der Stirn Schweißperlen. Nachdem das T-Shirt schon lange direkte Nähe zur Haut suchte, fing nun auch die Hose beim nächsten Lied an, engen Körperkontakt zu suchen.

Mit Vollspeed ging es auf die „Autobahn“, wobei die entzückende Stimme eines gewissen Herrn Johnny Strange leider fehlte. Trotzdem wurde bei diesem Lied gerockt als wenn es kein Morgen gäbe (Anm. der Verfasserin: Juhu, das Lied kannte ich).
Kurzer Gruß von hier an Johnny und seine Culcha-Jungs. Hoffe ihr habt och weiterhin so ne geniale Deutschlandtour. Wir sehen uns am 5.11. auf nen Bierchen.


Beim Song „Maschine“ kam der Eindruck einer solchen überhaupt nicht auf. Die Bühnensicht war leider versperrt und so musste die Menge beobachtet werden. Wie ein wabernder Pudding bewegte sich der menschenbestückte Hallenboden. Gigantische Aussicht. Von „Müden Kriegern“ war keine Spur. Da in den Köpfen der Ohrbooten dauernd neues Songmaterial lauert, sind sie schon fleißig bei der Arbeit eines neuen Albums. Die Jungs gehen auf Nummer sicher.
Ein mehrmaliges „Und Tschüss“ bewegte niemanden die Halle zu verlassen. Im Gegenteil, der Song wurde impro-verlängert und selbst die Socken klebten nun abartigst an den Beinen. Obwohl die Band erst offiziell seit zwei Jahren auf der Bühne steht, konnte man die Stimmung und den Auftritt mit riesigen Konzerten vergleichen. Da schnitt der Ohrbooten-Gig weitaus am besten ab.

Unter viel Ja-ja-ja-jooooos und Uh-uh-u-u-uh schaukelte sich die Menge in Ektase. Eine Mischung zwischen Rock, Reggae, Berlina und HipHop ist ja auch ne feurige Mischung, die wie Jalapenos auf den Nachos wirkt. Hammergeil.
Als Zugabe gab es noch ne Menge Freestyle, glänzende Gesichter, feurige Herzensausschüttungen ans Publikum und ne Menge Mitgegröle.

Beim holen der Jacke aus der Garderobe strahlten die Leutz immer noch bis übers Hinterteil und ich glaube auch am nächsten Tag auf dem Weg zur Arbeit muss ich Leuten in der Bahn gegenüber gesessen haben, die auch auf diesem Konzert gegrölt und getanzt haben.

Letzte Frage: „Ward Ihr am Leben?“

Bless Up die Ohrbooten




Text und Fotos: Bianca aka Homielina
 




 










 
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