Culcha Candela in Hamburg 2006
 
Konzertbericht Dub Incorporation und Culcha Candela im Hamburger Grünspan am 16. Februar 2006


Nachdem morgens noch die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, mittags ganz aufgeregt das Deo und die Zahnbürste im Rucksack verstaut wurde, ging es nachmittags ab nach Hamburg... Schon auf der Fahrt dorthin wurde klar, was uns für ein interessantes Wochenende bevorstehen sollte: Donnerstag abend Culcha Candela in Fortsetzung der Next Generation Tour im Grünspan an der Reeperbahn und am Freitag Seeed in der Alsterdorfer Stadthalle... Zwischendurch Besuch aus Ottersberg bekommen und Stadttouren machen. Arme Beine.... Im Folgenden findet ihr nun einen Konzertbericht über das Culcha Candela Konzert. Zu Seeed lest ihr den Konzertbericht aus München von Mareike, denn dieser Bericht spiegelt die selbe Stimmung wieder, nur dass in Hamburg die Voracts die Menge nicht begeistern konnten.

Das Culcha Candela Konzert fand in äußert angenehmer Atmosphäre statt. Der Club, in rot/gold gehalten, befindet sich am Rande der Reeperbahn. Ein großer Floor mit Empore... Wie ein altes Theater. Obwohl die ersten Culcha-Anhänger (der Begriff „Fan“ wird von der Verfasserin nur noch ungern genutzt) bereits vor Einlass etliche viertel Stunden vor dem Club - und damit gleich am Tourbus – verhaarten, füllte sich der Club nur langsam und man fand leicht einen Platz in der ersten Reihe. Merkwürdig, warum grinst einen nur der DJ so komisch an, wenn er einen entdeckt? Sehen wir etwa wie Touris aus?

Die Vorband sollte nicht als solche bezeichnet werden. DUB INCORPORATION rockten mit ihrem französischen hiphop-angehauchten Reggae den gesamten Club von Anfang an. Die ersten Schweißtropfen fanden den Weg an die Decke und wieder auf die Köpfe der Gäste hinunter... Obwohl dem Publikum Dub Inc. größtenteils fremd war, wurden die Band gefeiert bis zum Kollaps. Sogar Rufe nach einer Zugabe wurden laut... Die Stimmung konnte nicht besser sein.

Nach einer kurzen Pause und etlichen Schupsereien in der ersten Reihe (Mädels es war völlig unnötig) betrat dann der Herr DJ der Culcha Candela-Combo die Bühne, die ersten Töne erklangen und die anderen sechs smarten Kerle stürmten die Bühne. Es folgte nicht nur eine powerreiche Show, sondern auch der Aufbau einer familiären Stimmung. Hamburg tanzte bis die Wände wackelten, die Decke tropfte und es als sinnlos erschien auf die Toilette zu gehen.

Neben Songs wie „One Destination“, „This is a warning“ und „So-solarenergie“ des ersten Samplers suchte die „Next Generation“ bei „La Bicicleta“ nach Don Calis Fahrrad, schwang zu „Tanz!“ lasziv die Hüften, sang für Columbia „Una Cosa...“ im Chor. Auch die Revolutionshymne „More Peace“ wurde wieder zum anrührenden Augenblick. Die Ode an die Mütter „Give thanks“ lockte bei der Verfasserin sogar kleine Tränen in die Augen, was sich auf die Wahrnehmung der vor ihr tanzenden Schuhe mit zugehörendem tanzenden Bandmitglied auf Augenhöhe keinen Abbruch tat. Der „Partybus“ nahm die gesamte Menge in seinem Inneren laut grölend mit ins nächste Stimmungsgebirge. „Who got the key“ wurde schnell durch eine kleine Bühnenshow geklärt und es warteten noch kleine Überraschungen in Form von gecoverten englisch-sprachigen aktuellen Songs. „Hamma“ und „Meine Stadt“ wurden stark bejubelt. Natürlich wurde dem durchnässten Publikum die Berliner Hymne „In da City“ in Hamburger Form nicht vorenthalten. Glückliche Menschen standen während der gesamten Konzert dicht gedrängt im Grünspan, so dass die Luft nicht nur durch die Musik und den Charme der beliebten Musik-Combo brannte. Tanzeinlagen der kolumbianischen Bandmitgliedern, coole Raps verschiedener Band-Member, rhythmengeladene Showeinlage von Larsito auf dem Cajon, tiefgehender Reggae-Stimmung durch Mr. Reedoo, kleine Tanzeinlagen Chino con Estilos und vor allem freudestrahlende und genießende Gesichter der Band ließen viele Herzen vor Glück überlaufen, so dass man spürte wie jedem einzelnen - sei es auf oder vor der Bühne – ein heftiger Schauer auch heute noch über den Rücken läuft, wenn man an die große Family an diesem Abend denkt. Nach einer deftigen Zugabe und einer erneuten Schweißladung an sämtlichen Körperstellen verließ dann auch diese „Hamma“-Band die Bühne. Auf dem Weg zum Tourbus konnten noch einige Autogramm geliefert werden und ein kleiner Plausch mit allen Candeleros war eh schon Pflicht. Ja Jungs, wir sind halt überall. Nur nach Frankreich, wo Culcha Candela die Vorband zu Dub Incorporation sein werden, folgen wir euch nicht. Auch wir müssen ja Geld verdienen.

An dieser Stelle ein dickes „THANX“ für alle Nettigkeiten (auch nach der Show) und die großartige Stimmung (mal wieder) in Hamburg. Wir sehen uns in Berlin.

Und Hamburg: „IHR SEID SO HAMMA!“


Text und Fotos: Bianca aka Homielina





 




 










 
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