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Seeed in München 2006 |
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Seeed in München am 13. Februar 2006
„…und wieder bringt Berlin die Lieder dann, wenn ihr bereit seid!“
‚Oh Baby, lass uns gehen, das Leben will einen ausgeben und das will ich sehn, lass uns endlich aufsteh'n, das Radio aufdreh'n, dazu werden wir tanzen und das wird gut ausseh'n.’
Aufgestanden und getanzt wurde im Münchner Zenith schon beim Opener‚ Aufstehn!’. Die rund 6000 Leute aus München und Umgebung hatten am 13.02. den ‚Stock aus’m Arsch’ gezogen bevor sie die Halle betreten hatten, oder zumindest spätestens nach den Auftritten von Sängerin Nneka aus Südafrika und dem Soundsystem Bud-a-Dub, das trotz eigentlich guter Songauswahl von einigen, ungeduldigen Teilen des Publikums ausgebuht wurde. Nachdem diese ihr Programm beendet hatten wurden sie dann von den rot-gewandeten ‚Seeedy-Monks’ mit Sekt begrüßt, und auch wenn es den nur aus Plastikbechern (oder wahlweise wie bei Schumi und Konsorten aus der Flasche) gab, bleibt das dennoch ein sehr, sehr eleganter Einstieg. Ja, sie reiten wieder durch das Land, wie immer mit einem ‚bombigen Beat’ im Gepäck. Nachdem ihr im Oktober veröffentlichte dritte Studioalbum ‚Next!’, dass sofort auf Platz2 der Album-Charts kletterte (so schlecht kann Deutschlands Musikgeschmack also doch nicht sein!), haben Seeed sich am 31.01. auf ihre große `Pussy Galore Tour 2006’ begeben, die sie durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führen wird, und am besagten Montag war also Station in München, der Hauptstadt der Weißwürste.
Der Abend wurde also rootsig mit ‚Aufstehn!’ begonnen um dann aber gleich mit dem Dancehall-Tune ‚Stand Up’ basslastiger fortgesetzt zu werden. Eased, Ear und Enuff, ihres Zeichens Sänger, ließen sich nicht lumpen und tanzten nach gewohnter Seeed-Manier (unterstützt von ihren drei Tänzerinnen) über die Bühne und die etwas später aufkommende Aufforderung ‚Shake Baby Shake’ war eigentlich gar nicht nötig, da das Publikum sich, nur unerbrochen von kurzen Pausen während Ansagen, 2 ½ Stunden in konstanter Bewegung befand. Neben vielen Liedern aus ‚Next!’ (‘Please’, ‘She got me twisted’, ‘Ocean’s 11’, ‘Goosebumps’, ‚Schwinger’ u.a.) befanden sich auch Klassiker wie ‘Music Monks’, ‘Riddim No.1’ (geremixt), ‘Respectness’, ‘What you deserve...’ (ebenfalls geremixt) und ‚Waterpumpee’ ‘...für die Münchner Dancehall Junkies’ in der Playlist. Auch ‚Tide is high’ und ‚Psychedelic Kingdom’ wurden rausgeholt und vom Publikum begeistert abgefeiert, denn ‚Babylon braucht Sound’. Und natürlich war ‚Dickes B’, die Liebeserklärung an ‚Mama Berlin’, die Seeed über die Hauptstadt hinaus bekannt machte, im Repertoire. Allerdings auch geremixt und mit etwas verändertem Text (Berlin, ihr seid die Größten, der Rest kommt okay, aber ihr kommt am höchsten, und unsre Frauen, die sind die Schönsten, sie dancen dirty und komm' uns dann trösten. Berliner Jungs sind frei von Ängsten! Von zwei Jobs, nehmen sie nie den Anstrengendsten, wir haben's drauf, wir haben den längsten. Warum? Ey, Deutschland, was denkst’n?).
Und nicht nur das Publikum hatte seinen Spaß, auch der Band, und vor allem Eased sah man die Freude am Auftritt immer wieder deutlich an, und selbiger ließ es sich auch nicht nehmen, mit den ‚Ladies in den ersten Reihen’ zu flirten, und einen kurzen Abstecher zu selbigen zu wagen. Überhaupt schienen die Frauen deutlich in der Überzahl zu sein, ob das allerdings daran liegt, dass wir im Allgemeinen mehr Reggae/Dancehall hören, oder weil elf Männer in Anzügen so ein leckerer Anblick sind, konnte allerdings nicht geklärt werden (weitere Untersuchungen dieses Sachverhalts werden angestrebt). Als die Band nach einer Zugabe die Bühne verließ, die Anzüge einen Farbton dunkler als am Anfang, waren auf jeden Fall alle gleich verschwitzt.
Text und Fotos: Mareike |
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